Impulse #2 Ostern 2020

„Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“              1.Kor.15,20

Lebendige Hoffnung?

In uns allen lebt eine tiefe Sehnsucht. Die tiefe Sehnsucht dass alles gut wird. Dass die Operation gelingt. Dass die finanziellen Schwierigkeiten eine Lösung finden. Dass die Erziehung gelingt. Dass die Ehe hält. Dass die Coronakrise überwunden wird. Dass der Tod nicht das Ende ist.

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Zweifel

Vieles halten wir für möglich. Doch dass der Tod nicht das Ende ist, das erscheint uns in der Regel undenkbar.

Wir sind doch Realisten – so sagen wir. Es ist doch unrealistisch, dass da noch etwas kommt. Eigentlich wünschen wir es uns, können es jedoch nicht glauben. Wir zweifeln, ja sind in unseren Zweifeln gefangen. Doch was war das Leben, wenn es im Nichts endet. Denn am Tod zerbricht letztlich unser Sinn, unser Wert, unsere Identität.

Warum hängen wir sonst so sehr an  unserem Irdischen Leben? Warum tun wir alles, um es ja zu erhalten? Warum ist Altern so ein Problem? Doch wir zweifeln, halten am Zweifel fest.

Mit unseren Zweifeln sind wir jedoch in bester Gesellschaft. Auch Christen in der griechischen Hafenstadt Korinth hatten Zweifel an der Auferstehung der Toten. Sie waren Realisten wie wir. Sie hatten Zweifel wie wir sie haben.

Fatale Folgen

Doch wenn die Auferstehung von den Toten eine Leerstelle ist hat das Folgen, so sagt es Paulus in 1.Korinther 15.

Dann ist:  
jeder Gottesdienst vergeblich
jedes Gebet vergeblich
jede Predigt vergeblich
Der Glaube an Jesus Christus vergeblich
Die Vergebung der Sünden eine Illusion
Das ewige Leben reine Illusion
Der christliche Glaube null und nichtig
Es bleibt nur der Atheismus
Es bleibt nur genießen, genießen, genießen
Es bleibt nur, das Leben bis auf den letzten Tropfen auskosten, denn vielleicht schon bald sind wir tot
Es bleibt nur Materialismus, manchmal krasser Materialismus
Es bleibt nur Resignation oder Aggression

Die neue Perspektive

Dann aber folgt in 1.Korinter 15 wie ein Trompetenstoß:

„Nun aber ist Christus von den Toten auf erstanden als Erster unter denen die entschlafen sind“  (1Kor.15,20).

Die Auferstehung Jesu ist Realität! Denn dafür gibt es Augenzeugen. Es gibt:

Augenzeugen für den Tod Jesu (Markus 15,40-41)
Augenzeugen für die Grablegung
(Markus 15,46-47)

Augenzeugen für das leere Grab
(Markus 15,1; Lukas 24,1-12)

Augenzeugen für die Erscheinungen Jesu (Matthäus 28,1-10; Luk.24,13-49; Joh.20 – 21)

Immer wieder heißt es: wir haben Jesus den Auferstandenen gesehen: Petrus, Thomas, die zwölf Jünger, Maria und die anderen Frauen, 500 Menschen zusammen und schließlich Paulus. Alle haben ihn gesehen. (1.Korinther 15,3-8)

Veränderung

Diese Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus Christus haben die Jünger Jesu alle verändert.

Statt tiefe Traurigkeit große Freude
Statt entsetzlicher Angst großer Mut
Statt tiefer Hoffnungslosigkeit fröhliche Hoffnung
Eine Illusion bewirkt keine solche Veränderung. Aber die Realität bewirkt Veränderung.

Die Realität der Auferstehung hat alles verändert.

Auferstehung – aber wie?

Wie kann man sich denn nun die Auferstehung vorstellen?

Paulus sagt: „Jesus ist der Erste, der auferstanden ist unter denen die entschlafen sind.“ 

Es ist gleichsam wie bei einer Geburt. Wenn der Kopf des Babys das Licht der Welt erblickt hat, dann folgt auch der Rest, die Schultern, die Arme, der Oberkörper, die Beine, die Füße.

Jesus ist das Modell der Auferstehung. So wie Jesus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen.
So wie Jesus einen neuen, ewigen, himmlischen Körper hatte, werden auch wir einen neuen, ewigen Körper bekommen.  

So wie Jesus mit seinen Jüngern Gemeinschaft nach seiner Auferstehung Gemeinschaft hatte, werden auch wir mit ihm Gemeinschaft haben. Welche Freude, welche Hoffnung!

Worauf es ankommt

Entscheidend ist jedoch, dass wir uns an Jesus, den Ersten der Auferstehung hängen, uns bei ihm festmachen, ihm vertrauen, ihn in einem Gebet in unser Leben einladen. Ich habe es getan. Viele, viele andere haben es getan und nie bereut.

Denn mit Jesus zu leben, schenkt nicht nur eine lebendige Hoffnung, sondern Kraft, Freude und Zuversicht heute, im Hier und Jetzt.

Denn unser Leben ist ja nicht nur jubelndes Dur, manchmal gibt es Molltöne, der Himmel verhangen, dunkle Wolken. Aber gerade auch dann in den Engpässen des Lebens ist der auferstandene Jesus da, bei dir und mit dir. Lässt dich seine Hilfe, seine Durchhilfe erfahren!

Pfr. Erhard Lieberknecht