Gedanken zur Corona-Krise

Gedanken von Alois Kindslehner

Liebe Glaubensgeschwister!

Wir durchleben gerade besondere Zeiten. Hat es doch tatsächlich ein kleines Virus geschafft, einen Großteil unserer sozialen Kontakte und unser Wirtschaftssystem fast lahm zu legen. Wer hätte z.B. vor einem Monat daran gedacht, dass wir uns nicht mehr versammeln dürfen und Umarmungen zu unterlassen sind.
Wer hätte geglaubt, dass unsere Regierungen in Europa und in der USA riesige, finanzielle Rettungsschirme für die Wirtschaft aufspannen müssen? Wer hätte vermutet, dass Spaziergänge, Joggen oder ein Radausflug als absolutes Privileg anzusehen sind? Wer hätte geahnt, dass unsere Gesundheitssysteme (wobei wir in Österreich uns bei Gott für ein sehr gut entwickeltes und fortschrittliches bedanken können😊) absolut an ihre Grenzen stoßen oder sogar jenseits ihrer Limits arbeiten werden.

Und doch denke ich, dass Gott solche Veränderungen zulässt. Er möchte, dass wir dadurch etwas lernen.
Das ist bei Weitem intensiver, als auf Etwas aufmerksam zu werden, uns mit einer Krise auseinander zu setzen, oder einige kleine Aha-Erlebnisse zu haben.

Was möchte Gott uns lernen?
• Nichts, was wir haben oder tun, ist selbstverständlich. Sondern es ist eine Gabe, ein Geschenk.
• Nicht “Systeme” versorgen uns automatisch, sondern ein liebender Gott auf seine ganz persönliche Weise.
• Nicht das “Ich” ist das Wichtigste, sondern das Miteinander zählt (Der Nächste, wie Jesus es mehrfach gepredigt hat, gewinnt an Stellenwert).

Dazu möchte ich ein kleines, aktuelles Zeugnis von mir beisteuern:

Ich habe am Anfang das Corona-Virus Problem verniedlicht und manche Witze darüber gemacht. Ich dachte mir: “Sollte es mich treffen, wird es schon nicht allzu schlimm ausfallen.” Ich glaubte, meine Lungen wären durch 3,5 Jahre Lauftraining stark genug um dem Virus zu trotzen. Was mich aufgerüttelt hat, aus meinem süßen Traum, war die Meldung in den Medien, dass Kinder keinesfalls von den Großeltern betreut werden dürfen, da sie meistens nur Überträger sind und das für die Großeltern Lebensgefährlich sein kann. Nach einem Gespräch mit Klaudia, meiner Frau, wusste ich, dass wir auch in unserer Familie Risikopatienten haben (Klaudia – durch ihre Krebserkrankung und Benjamin – durch seine Lungenprobleme).
Also wäre ich als Überträger sogar für meine Familie höchst gefährlich. Das ist mir vorher gar nicht in den Sinn gekommen, weil ich nur meine Situation gesehen hatte. “Gott! So viel Ego tut mir leid. Bitte vergib mir.”

• Wenn wir falsch gelebt haben, reicht es nicht, dies in Zukunft anders zu machen, sondern wir (besonders Christen-die Gott persönlich und näher kennen) sind aufgefordert, vor Gott Buße zu tun. Das heißt – “Es tut mir aufrichtig leid, dass ich falsch gedacht, geredet oder gehandelt habe.” “Bitte Gott vergib mir!” Gott spricht in 2 Chronik 7,14 genau das an.

• Wir wissen heute nicht, ob es nachher wirklich wieder so weiter gehen wird wie bisher (wird das Hamsterrad des Wirtschaftens und des Vergnügungskonsums sich wieder genauso schnell drehen wie vorher?). Wahrscheinlich wird die Krise doch länger andauern. Viele haben jetzt zwar schon bemerkt, dass Etwas nicht ganz stimmig war, aber (so vermute ich) sie haben doch noch Nichts von Dauer daraus gelernt.

Euer Alois