Die Hand Gottes

Seminarleiterin zu sein, ist eine spannende Sache. Man bereitet sich vor, arbeitet Vorträge aus, betet für Teilnehmer und Mitarbeiter und versucht Gottes Stimme zu hören, in engem Kontakt mit ihm zu bleiben und herauszufinden, worauf er den Fokus des Seminars legen will.

Faszinierend dabei ist, Gottes perfektes Timing zu erkennen und zu sehen, wie Gott viele kleine Gegebenheiten perfekt vorbereitet hat. Ein Beispiel aus meinem Leben:

Vor einigen Jahren war ich mit meiner Familie auf einer Familienfreizeit in Kroatien. Kurz zuvor hatte ich einen intensiven Seelsorgeprozess durchlaufen und Kontakt zu meinem „Inneren Kind – der kleinen Petra in mir“ bekommen, welches damals sehr verletzt und bedürftig war. Ein Herzenswunsch seit meiner Kindheit war, ein Plüschtier geschenkt zu bekommen.

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Thema des ersten Abends war, dass Gott uns so sehr liebt, dass er uns beschenken möchte. Als Symbol durfte sich jeder und jede, der/die wollte, ein Geschenk von einem vorbereiteten Geschenketisch aussuchen.

Die Kinder stürmten erwartungsgemäß gleich hin, die Erwachsenen hielten sich dezent zurück. Mein „Inneres Kind“ wollte auch am liebsten vorstürmen, was mir mit meinen 40 Jahren jedoch etwas peinlich war. Darum bat ich meine Tochter, mir ein Plüschtier zu bringen, was sie auch gerne tat.

Ein paar Tage später sprach ich mit der befreundeten Seminarleiterin über diese Situation. Sie lächelte und berichtete, dass Gott beim Einpacken zu ihr gesprochen hatte und sie aufgefordert hatte, noch ein weiteres Plüschtier einzupacken … denn eine erwachsene Person wäre beim Seminar dabei, die ebenfalls gerne eines haben wollte!!!

Ich war sprachlos und gerührt! Gott wusste bereits meine Bedürfnisse, noch bevor sie mir selbst bewusst wurden! Er hatte die Seminarleiterin beauftragt, weil es ihm so wichtig war, meinen kindlichen Bedürfnissen zu begegnen!

Ist Gott nicht ein wunderbarer, liebevoller Vater?!

Als mein Mann und ich vor Kurzem das Seminar „B.E.ST. – Beziehung erfolgreich starten“ leiteten, sahen wir uns einigen Herausforderungen gegenübergestellt. Die Spanne war sehr breit gefächert. So reichte das Spektrum von 20 Jahren und Freundschaftsstatus bis zum Alter von 60 Jahren und kurz vor der 4. Ehe. Zu wissen, dass Gott der eigentliche Seminarleiter ist, gab mir innere Ruhe und Sicherheit. Meine Aufgabe war in erster Linie, in engem Kontakt mit ihm zu bleiben und seine Aufträge auszuführen!

Bei vergangenen Seminaren war „Sexualität“ immer eines der Hauptthemen gewesen, doch in der Vorbereitung dieses Seminars hatten wir das Gefühl, wir sollten diesen Vortrag nicht wie gewohnt abhalten. Ein Mitarbeiterpaar war leider im Vorfeld ausgefallen, das andere hatte seine kleinen Kinder mit, um die es sich abends besonders kümmern musste. Daher planten wir getrenntgeschlechtliche Kleingruppen und wollten auf Fragen der Teilnehmer eingehen.

Im Nachhinein betrachtet würde ich diesem Abend den  folgenden Titel geben:

„Der Abend der offenen Herzensbegegnungen“ 

Sorgen wurden formuliert, schüchterne Teilnehmer steuerten wertvolle Beiträge zum Gespräch bei, Erfahrungen wurden ausgetauscht. Belastende Lügen wurden offen ausgesprochen und gemeinsam vor Gott gebracht, um diese zu lösen. Wir konnten um Heilung beten und noch viele andere schönen Momente in der Kleingruppe erleben.

Es war sehr bereichernd zu sehen, wie die verschiedenen Altersgruppen voneinander profitierten. Unser Gespräch war in einem so angenehmen Fluss, dass es gefühlt „wie von selbst“ ging. Gott führte uns in eine positive emotionale Tiefe und es war etwas Besonderes, diese Freude, seinen Segen und die daraus resultierende Leichtigkeit zu erleben.

Auch in der Männer-Kleingruppe war es zu sehr ähnlichen, bereichernden Erfahrungen gekommen.

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Gott hatte mir einmal mehr bewiesen, dass ER der Fels ist, auf den wir bauen dürfen und ER derjenige ist, der die Kontrolle hat. Wenn wir uns trauen, die eigene Komfortzone zu verlassen, quasi „aus dem Boot der eigenen Sicherheit auszusteigen“ und in dem Vertrauen auf ihn „auf dem Wasser zu gehen“, dann erleben wir auch seine Versorgung, dass er uns hält und trägt!

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Nichtsdestotrotz ist dieses „Aussteigen aus der Komfortzone“ immer wieder eine neue Herausforderung. Aber mit jedem Mal, wo wir uns auf Gott einlassen, wird der Schatz der positiven Erfahrungen größer und der Rand meines Bootes als „Schwelle ins Ungewisse“ niedriger und leichter zu übersteigen.

So schaue ich den zukünftigen Herausforderungen Gottes in meinem Leben gespannt entgegen und freue mich auf das, was ER noch alles an wunderbaren Abenteuern für mich bereithält!

Eure Petra Regl