Beziehung zu Gott – wie geht das?

Die Entscheidung

Vor über 30 Jahren habe ich mich entschlossen, mein Leben mit Gott als Ratgeber und der Bibel als Kompass zu leben. Ich lernte, dass ein guter Christ täglich morgens eine Stunde „Stille Zeit“ hält, um zu beten. Heute weiß ich nicht mehr, ob ich diese Botschaft als Predigt hörte, oder ich mir diese Regel selbst auferlegt habe. Obwohl ich ein Morgenmensch bin, habe ich es nie geschafft, diese Zeit einzuhalten. Ich war frustriert, fühlte mich minderwertig und als komplette Versagerin.

Routine finden

Mit den Jahren lernte ich Gott, sein Wort und mich selber besser kennen. Ich erkannte, dass mir sehr schnell langweilig wird und ich mich bei monotonen Tätigkeiten schlecht konzentrieren kann. Ebenso merkte ich, dass der Begriff „Stille Zeit“ nicht in der Bibel zu finden ist.

Gott möchte nicht, dass wir uns Regeln auferlegen und religiöse Übungen daraus machen.

Er will in Beziehung mit uns leben und wir dürfen ebenfalls in Beziehung mit unserem himmlischen Papa sein. Dieser Gedanke hat mich begeistert, denn ich liebe Beziehungen und wollte diese Aufforderung von Gott unbedingt in meinem Leben umsetzen. 

Gott möchte Beziehung mit uns

Das Ganze war natürlich ein Prozess und heute kann ich sagen, dass ich in dieser Beziehung lebe und das sieht in meinen Leben so aus:

  • Wache ich morgens auf, sage ich „Guten Morgen“ zu Gott, Jesus und dem Heiligen Geist. Meist bedanke ich mich für die Nacht. Ich bedanke mich, dass ich schmerzfrei aufwache. Nach einem Bandscheibenvorfall vor einigen Monaten einen Bandscheibenvorfall und seither ist es für mich nicht mehr selbstverständlich schmerzfrei aufzuwachen.
  • Gehe ich mit meinem Hund spazieren, rede ich mit Gott über das, was mich gerade beschäftigt, teile mit IHM meine Sorgen, meine Freude über den wunderschönen Frühling, Ängste, Ärger usw. und bitte IHN meinen Tag zu segnen.
  • Arbeite ich mit meinen Patienten und Klienten, bitte ich Gott, dass er meine Gedanken, Worte und Hände führt und leitet und mich so ein Segen sein lässt.
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Ich kann alles mit IHM teilen

Gott hat uns den Heiligen Geist als Begleiter geschenkt und ich bespreche alles mit IHM, sei es auch noch so klein und unwichtig, denn es ist nichts zu klein und nichts zu groß, als dass es Gott nicht interessieren würde. Meine Beziehung zu Gott ist sehr abwechslungsreich geworden, wenn ich müde bin oder mich schlecht konzentrieren kann, höre ich Lobpreismusik via YouTube. Dies hilft mir, meine Prioritäten zu ordnen und meinen Blick auf Gott und seine Ziele zu richten. Wenn ich Angst habe, singe ich Lobpreislieder, denn so verschwindet die Angst.  

Individuell, innig und bunt

Wenn ich in der Bibel lese, sieht das jedes Mal anders aus. Manchmal lese ich ein Kapitel nach dem anderen und kann nicht genug bekommen. Ein andermal lese ich wochenlang den gleichen Abschnitt oder sogar nur einen Vers, damit er sich ganz tief in mein Herz einbrennen kann. So wird meine Beziehung zu Gott sehr bunt, mit Höhen und Tiefen, voller Gefühle, Leidenschaft, Bewegung, Natur, Farben und Musik. So entspricht meine Beziehung zu Gott meiner Persönlichkeit. Gott ist unglaublich vielfältig in seinen Möglichkeiten uns zu begegnen.

Es ist gut, wenn jeder seine individuelle Art findet und seine Beziehung zu Gott lebendig gestaltet.

Eure Petra Regl