3. Advent

Wie Maria, das erste Weihnachten erlebt

Teil 3

In Bethlehem angekommen

Endlich sehen wir Bethlehem vor uns. Bald haben wir es geschafft. Ich habe schon Blasen an den Füßen und jeder Schritt tut weh. Joseph ist ganz lieb zu mir und ermutigt mich immer wieder, wenn ich müde werde und langsamer gehe. „Komm, Maria, das schaffst du noch,“ sagt er immer wieder. Ja, jetzt ist es wirklich nicht mehr weit und immer mehr Menschen sind auf dem Weg, die auch nach Bethlehem wollen.

Joseph sagt, dass Verwandte von ihm in Bethlehem wohnen, dort werden wir zuerst nach einer Unterkunft fragen.

So, nun sind wir in Bethlehem. Wir erreichen die ersten Häuser und fragen uns durch nach der Tante und dem Onkel von Joseph. In der Stadt geht es ziemlich drunter und drüber. Viele Menschen müssen ebenfalls hierher zur Volkszählung. Ob wir hier eine Unterkunft finden? Zweifel steigen in mir auf.

Dann stehen wir vor einem weiß gestrichenen Haus. „Hier wohnt Sara, meine Tante,“ erklärt mir Joseph. Joseph klopft an die Tür. Eine Frau öffnet die Tür, sie schaut Joseph an und fällt ihm um den Hals. „Joseph, du bist es!“ ruft sie laut. Begeistert zieht sie uns ins Haus. „Kommt herein, erzählt wie es euch allen geht, und das ist wohl deine Frau?“ will Sara wissen.

Wir bekommen zu essen und zu trinken und noch mehr Essen und Trinken. Die Verwandten kommen nach und nach und stellen viele Fragen, die wir versuchen zu beantworten.

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Tante Sara schaut auf meinen Bauch „Ist es bald soweit, Maria?“ fragt sie mich. „Ja,“ sage ich, „das Baby bewegt sich schon ziemlich viel.“ „Wenn es soweit ist, soll mich Joseph holen, ich stehe dir dann bei, mit Kinderbekommen kenne ich mich aus,“ meint Sara.

Es ist schön, so herzlich aufgenommen zu werden und es ist gut, dass ich weiß an wen wir uns bei der Geburt wenden können. Als Joseph nach einer Unterkunft fragt, sagt Sara traurig „Es tut mir leid, aber unser Gästezimmer ist leider besetzt, da ist eine andere Familie einquartiert, vielleicht probiert ihr es bei Onkel Markus.“

Müde machen wir uns auf den Weg zu Onkel Markus. Ob er einen Platz für uns hat? Auch hier werden wir freundlich empfangen. Als wir nach einer Unterkunft fragen meint Onkel Markus:  “Leider haben wir im Haus keinen Platz mehr, aber ich kann mal beim Nachbarn fragen, vielleicht hat er Platz und kann euch einen Raum beim Stall anbieten.“ Ich bin schon ganz verzagt, so schwierig habe ich mir das nicht vorgestellt. Ich bin so müde und würde gerne schlafen.

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Bald kommen die Männer wieder zurück und Joseph meint: „Ja, wir können in den Stall beim Nachbarn, durch die Tiere ist es dort warm, so dass wir wenigstens nicht frieren müssen. Wir bekommen zwei Matratzen aus Stroh und ein paar Decken, dort können wir fürs erste bleiben.“ Mir ist es gleich wo ich schlafen und mich ausruhen kann, Hauptsache ich kann mal liegen bleiben und meine müden Beine ausstrecken.

Joseph stellt unseren treuen Esel zu den anderen Tieren im Stall. Onkel Markus bringt zwei Strohsäcke. Aus unserem Gepäck hole ich zwei Bettlaken und zwei Decken und lege sie über die Strohsäcke.

Als ich mich hinlege pikst das Stroh, aber das ist mir jetzt gleich, ich will mich nur noch ausruhen. Ich falle in einen tiefen Schlaf.

Bald aber weckt mich ein starker Schmerz. Ich ahne, dass es mit der Geburt losgeht. Oh, Oh, das tut aber ganz schön weh. Joseph hilft mir beim Atmen und unterstützt mich so gut er kann. Die Wehen kommen und gehen. Zwischendurch geht Joseph zu Sara und fragt, ob sie kommen kann und mir zur Seite steht. Sara kommt und bringt Tücher und heißes Wasser mit. Sie gibt mir Salbei gegen die Schmerzen. Nach ein paar Stunden ist es dann soweit, unser Baby wird geboren. Wir sind glücklich und freuen uns an unserem Kind, das ja nicht unser Kind, sondern Gottes Kind ist.

Sara wäscht das Baby, wickelt es in Windeln und legt es in eine Futterkrippe ins warme Stroh. Ich darf mich ausruhen und von der Geburt erholen.

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„Wie soll denn das Kind heißen?“ fragt Sarah. „Jesus“ antworten Joseph und ich aus einem Mund.

„Das bedeutet: Gott rettet“

sage ich noch dazu. Dann schlafe ich erst einmal eine Runde…

Eure Esther Lieberknecht