Text zum Nachspüren und zur Ermutigung

Das perfekte Weihnachten

Jeder möchte, dass Weihnachten perfekt ist. Für perfekte Weihnachten braucht man:

…ein wenig Neuschnee auf den Bäumen – eine Landschaft, verwandelt in eine Märchenkulisse. Aber nicht zu viel davon, wer will schon glatte Straßen.

…Kinder, die artig sind und sich über ihre Geschenke auch freuen. Verwandte, die lächeln und sich für mindestens diese Tage vertragen.

…einen saftigen Braten, der außen knusprig ist und allen schmeckt.

…es sollte eigentlich ein Gesetz geben, dass zu Weihnachten keiner an Grippe erkrankt, jede neue Bluse und jedes neue Paar Handschuhe in Farbe und in der Größe passen, die Abflüsse nicht verstopfen und dass jedes Baby nach Plan einschläft und vergnügt wieder aufwacht.

Aber leider läuft es nicht immer so.

Unsere Träume vom perfekten Feiertag werden irgendwie immer wieder sabotiert.

Das Wetter spielt nicht mit. Irgendjemand sagt etwas Unpassendes. Oder du bist einfach gestresst von den vielen Vorbereitungen.

Das Geschenk, das du so sorgfältig ausgesucht hast, wird ziemlich lustlos entgegengenommen. Und im Hintergrund hörst du, wie deine Kreditkarte unter der weihnachtlichen Belastung stöhnt.

Millionen von Menschen fallen zu dieser Zeit in ein Weihnachts-Loch. Vielleicht haben sich die Kinder amüsiert, aber für die Erwachsenen bleibt vom Frieden dieses Festes am Ende nicht viel übrig.

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Die ersten Weihnachten

Sie waren auch alles andere als perfekt. Nirgends Glocken. Kein Fest. Keine bunten Geschenke. In jeder Hinsicht lief damals alles ziemlich chaotisch.

Stell dir vor, eine Frau – im neunten Monat schwanger – das Finanzamt fordert den Mann plötzlich auf, an seinem Geburtsort zu erscheinen. Über alle Berge, weit entfernt vom Arzt, ihrer Mutter, dem trautem Heim… nur um mit ihrem Mann in einer langen Schlange zu stehen, einige bürokratische Formulare auszufüllen und Steuern zu zahlen.

Und als sie in dieser fremden Stadt ankamen, waren noch dazu alle Hotels ausgebucht. „Belegt“ stand an jeder Straßenecke. Der frustrierte Ehemann fand endlich einen alten Schuppen in irgendeiner Gasse, wo sie wenigstens ein Dach über dem Kopf hatten.

Es muss schlimm gewesen sein – am Ende der Belastbarkeit. Als sie anfing zu weinen, schloss er sie in seine Arme und sagte leise: „Es tut mir so leid, Liebling. Ich weiß, dass es sehr schwierig ist, aber wir werden mit dieser Situation irgendwie zurechtkommen.“

Und tatsächlich, die Wehen setzten ein. Kein klinisch sauberer Kreißsaal, keine Hebamme.

„Und sie brachte ihr erstes Kind – einen Sohn – zur Welt. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe in einem Stall, weil sie in dem Gasthaus keinen Platz bekommen hatten.“

Was Maria und Joseph nur teilweise ahnten – und was wir heute allzu leicht übersehen – ist, dass es zu Weihnachten überhaupt nicht darum geht, alle Randbedingungen perfekt zu haben.

Genau das Gegenteil scheint gefragt zu sein: Gott kommt in eine missratene Welt und will ihr auf unkonventionelle Weise eine echte Chance geben, wieder in Ordnung zu kommen.

Auch die meisten Bewohner von Bethlehem hatten damals in dieser Nacht überhaupt nichts mitbekommen. Sie hatten keine Ahnung, dass das Baby, das zu dieser ungelegenen Zeit an einem ungeeigneten Ort zur Welt kam, ein Bote vom Himmel war.

Es war alles andere als ein perfektes Weihnachten.

Hast du auch die Vorstellung von einem perfekten Weihnachten?

Wie muss dein Weihnachten aussehen?
Was ist für Gott das Wesentliche an Weihnachten?
Was ist es für dich?

Eure Esther Lieberknecht

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